Sammelspass mit Geschichte: Wie sich Kunden- und Rabattkarten als erfolgreiches Marketinginstrument entwickelt haben

Als der Stuttgarter Heinz Breuninger in den 50er Jahren von einer Geschäftsreise durch die USA zurückkehrte, kam er mit einem Kopf voller Ideen für sein Kaufhaus am Charlottenplatz zurück. Inspiriert von Einkaufszentren in New York oder Chicago ließ er Rolltreppen und Aufzüge einbauen, um seinen Kunden möglichst viel Komfort beim Einkaufen zu bieten. Doch eine Idee sollte für diese noch wesentlich attraktiver sein. Breuninger brachte 1959 nach amerikanischem Vorbild eine Kundenkarte in Umlauf. Sie gilt als der Ursprung eines bis heute hin viel kopierten und erfolgreichen Marketinginstruments.

Denn inzwischen sind Kunden- und Rabattkarten in der Bevölkerung weitverbreitet. Durchschnittlich trägt jeder Deutsche vier bis fünf verschiedene in seiner Geldbörse herum, wie eine TNS Emnid-Studie aus diesem Jahr ergab. Nur sechs Prozent der Befragten besitzen demnach keine solcher Karten.

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Breuninger Karte
Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Breuninger_Card.jpg

In der Zeit des großen Wirtschaftswunders führte der Geschäftsmann Breuninger eine neue Art der Kundenbindung in Deutschland ein. Er erkannte, wie er so ohne allzu großen Aufwand Stammkunden generieren konnte. Seine Kundenkarte war Bezahl- und Rabattkarte in einem: Mit ihr konnten die Kunden ihre Waren anschreiben lassen und am Ende des Monats den Gesamtbeitrag bezahlen – noch lange bevor EC- und Kreditkarten populär wurden. Gleichzeitig hatten nur Kartenbesitzer die Möglichkeit, bestimmte Rabatte einzulösen und an Aktionen teilzunehmen.

Heutzutage gibt es zahlreiche verschiedene Kunden- und Rabattkarten: Angefangen vom einfachen Pappkärtchen vom Bäcker, mit der man jeden zehnten Kaffee spendiert bekommt, bis hin zu den großen Marktplayern wie Payback oder DeutschlandCard, die mit ihren Bonusprogrammen gleich mehrere Partnerunternehmen bündeln und deren Plastikkarten laut Statistik jeder zweite Deutsche im Alltag nutzt.

Mittlerweile zeigt sich in Sachen Kunden- und Rabattkarten aber ein neuer Trend: Digitale Anbieter wie stampay etablieren sich seit einigen Jahren auf dem Markt und bauen seitdem stetig ihre Reichweite aus. Das Marketinginstrument passt sich dem digitalen Zeitalter und den neuen Gewohnheiten der Kunden an. Die Idee des Bonuspunkte-Sammelns wandert dabei auf das Smartphone und macht Platz in der Geldbörse. Über eine App lässt sich der aktuelle Punktestand jederzeit schnell und einfach kontrollieren. Unternehmen können die Nutzer gezielt auf Rabatte und Aktionen aufmerksam machen.