So geht Mobile Payment: Mit Mehrwert und Know-how Kasse machen

Mobile Payment ist die Zukunft, lautet bereits seit langem die Devise. Die Technologien sind vorhanden. Innovative Angebote ebenso. Doch bis man in Deutschland an der Kasse selbstverständlich die Karte oder das Smartphone zur bargeldlosen Bezahlung zückt, heißt es vor allem für den Handel Berührungsängste abbauen und Mitarbeiter schulen, um so Kunden mit einfacher Handhabung und Mehrwert zu begeistern.

Deutsche Verbraucher lieben Bares.

Wir Deutschen halten beharrlich am Bargeld fest. Während in anderen Ländern der bargeldlose Bezahlvorgang längst zum Alltag gehört und selbst Kleinbeträge nicht mehr mit Schein und Münze beglichen werden, zeigen wir uns hierzulande immer noch zurückhaltend bei digitalen Payment-Angeboten. Kommen nicht einmal auf 50 Kartentransaktionen pro Jahr und Kopf. Im internationalen Vergleich liegen wir damit weit zurück. Unsere skandinavischen Nachbarn in Finnland oder Schweden etwa zahlen im Schnitt über 200 Mal, also fast täglich, im Laden oder Restaurant mit Karte.

Warum so zurückhaltend?

Die Gründe für die Vorbehalte der deutschen Verbraucher liegen laut Branchenexperten vorrangig immer noch an Sicherheits- und Datenschutzfragen, an der Angst vor Betrug und unkontrolliertem Zahlungsverkehr und nicht zuletzt auch daran, dass vielerorts schlicht und einfach ein wirklicher Anreiz zum Umsatteln auf Mobile Payment fehle. Online, sei es nun auf dem PC, dem Tablet oder Smartphone, haben wir schließlich inzwischen unsere Liebe für den Komfort des unkomplizierten Einkaufs samt komfortabler Zahlungsabwicklung für uns entdeckt, shoppen bedenkenlos drauf los. Im Laden um die Ecke ist das anders.

Anreize schaffen, Abläufe optimieren, Mitarbeiter und Kunden begeistern.

Damit Mobile Payment in Deutschland auch in Läden und Restaurants zur Erfolgsgeschichte wird, ist vom Einzelhandel besonderes Engagement gefragt. Zusätzliche Anreize müssen geschaffen werden, der Kunde will von Mehrwerten profitieren. Selbst kleine Serviceaspekte wie das Bereitstellen von kostenlosem WLAN oder Ladestationen für Smartphone & Co. können hier den Unterschied machen, sind Faktoren, die beim Einkauf ein positives Erlebnis vermitteln und somit Überzeugungsarbeit leisten. Nicht zu unterschätzen ist übrigens auch das Engagement und das Know-how der Mitarbeiter. Eine klare Vergabe von Verantwortung und Kontrollmechanismen ist allein für den reibungslosen Ablauf unabdingbar. Denn ist der Mitarbeiter am Point of Sale oder der Kasse nicht vom Produkt überzeugt, nicht richtig geschult oder weiß im schlimmsten Fall gar nicht Bescheid, wird die ach-so-komfortable digitale Zahlungsmethode trotz zusätzlicher Services, trotz Bonusprogramme oder Treueaktionen für den Kunden schnell zum Negativerlebnis, das er am liebsten nicht wiederholen möchte.