Anonymität und Kundenbindung: Neue Studie untersucht, wann Kunden ihre Daten preisgeben

Der Begriff des „Gläsernen Kunden“ spielt heutzutage eine immer größere Rolle. Viele haben Angst, dass ihr Einkaufsverhalten durchleuchtet und die dadurch gewonnenen Daten ausgenutzt werden können. Sie möchten daher beim Shoppen lieber anonym bleiben. Doch wann sind Kunden dennoch bereit, mehr über sich preiszugeben. Das hat nun eine Studie der BSI Business Systems Integration AG genauer untersucht.

Aus Kundendaten lassen sich wichtige Schlüsse ziehen

Unter dem Titel „Darf ich wissen, wer du bist?“ wurde bei der Befragung ermittelt, wann und unter welchen Bedingungen Kunden bereit sind, sich beim Einkauf zu identifizieren. Besonders bei Unternehmen mit direktem Kundenkontakt können die Ergebnisse hilfreich sein bei der Ausrichtung ihres Angebots und Services. Denn Kundendaten sind immens wichtig, um effizient agieren und auf die Wünsche der Kunden eingehen zu können.

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Viele Kunden möchten beim Einkaufen lieber anonym bleiben.
Bildquelle: pexles.com

Wann also teilen Kunden persönliche Informationen? Das hängt vom jeweiligen Produkt und der Kaufsituation ab. Bei Presstigewaren, wie zum Beispiel einem neuen Auto, sind Kunden eher bereit Daten zu hinterlassen, als beim Lebensmitteleinkauf im Supermarkt. Bei ersten Käufen liegt die Bereitschaft noch bei durchschnittlich 65 Prozent, bei sogenannten Alltags- oder Impulskäufen kann sie auf bis zu 22 Prozent sinken. Bei Intimkäufen, wie Medikamenten oder Unterwäsche sind es sogar nur elf Prozent.

Tauschgeschäft – Daten gegen Rabatte und Prämien

Winken dem Kunden aber Rabatte oder andere Vorteile, werfen Kunden schnell all ihre Datenschutz-Bedenken über Bord. Fast 90 Prozent der Befragten lassen sich überreden, wenn sich für sie ein bestimmter Mehrwert ergibt. Darunter fallen aber auch bestimmte, nicht-monetäre Privilegien, zum Beispiel eine schnellere Lieferzeit oder eine persönliche Beratung.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Kundendaten stellen für ein Unternehmen einen enormen Mehrwert dar. Doch nur wenn der Kunde selbst durch die Preisgabe persönlicher Informationen einen Mehrwert erkennt, kann das Unternehmen darauf auch zurückgreifen. Kundenbindungssysteme, die darauf zurückgreifen, müssen daher flexibel gestaltet sein und sich am Kundenverhalten orientieren.